Kryptowährung — Der Bitcoin und seine Hard Forks


Mit dem Bitcoin (BTC) wurde die erste Kryptowährung im Jahr 2009 auf dem digitalen Geldmarkt in Deutschland installiert. Er ist Zahlungsmittel sowie die Bezeichnung des global anwendbaren und dezentralen Buchungssystems. Der Fokus hinter der Einführung war mittels Zusammenschluss von vielen Rechnern ein anonymes, dezentrales Geldmittel, unabhängig von Banken und Regierungen zu schaffen. Und zwar alleinig über das Internet durch viele Gleichgestellte (Peer-to-Peer-Anwendung). In einem weltweit riesigen Netzwerk teilnehmender Rechner werden Abwicklungen von BTCs durchgeführt und auf ewig gespeichert. Der vermeintliche Gründer des Bitcoin Satoshi Nakamoto, hat die Anzahl der Bitcoins auf 21 Millionen Token beschränkt.

 

Entwickler, die ihre eigene Kryptowährung nach Vorbild des Bitcoin konstruiert haben, bemängelten bei diesem unter anderem die lange Blockzeit von 10 Minuten sowie den energieaufwendigen Proof of Work-Algorithmus. Neuere Kryptogelder mit Blockzeiten unter 2 Minuten und sogar in Sekunden, bieten einen wesentlich effizienteren Consensus Mechanismus. Der Bitcoin besserte nach mit Hard Forks — sogenannte harten Abspaltungen. 

 


Der Bitcoin und die „glorreichen Vier“

Bitcoin Cash (BCH), Bitcoin Gold (BTG), Bitcoin Diamond (BCD) und BTC Private (BTCP) sind die interessantesten Spezies unter den Bitcoin-Forks. Bei einer sogenannten harten Gabelung handelt es sich um ein Update einer Blockchain, welches von allen Rechnern im Blockchain-Netzwerk (Nodes) eine Aktualisierung benötigt. Wer sich nicht daran beteiligt, wird nach der Hard Fork ausgeschlossen.

 

Was machen Bitcoin-Cash, -Gold, -Diamond und -Private besser und wo liegen die Unterschiede:

 

Die genannten Bitcoin-Abspaltungen liegen bei CoinMarketCap auf den vorderen Rängen der profitabelsten Währungen. Sie sind alle dezentral und werden als Zahlungsmittel akzeptiert. Sie sind einschließlich Bitcoin, ein Netzwerk von Partnern und ein Marktplatz von Händlern. Dennoch verfügen sie über einige Unterschiede und das auch zum Zugpferd Bitcoin.


Varianten des Bitcoins näher betrachtet

Bitcoin Cash mit dem Symbol BCH: Installiert August 2017

 

Der BCH ist ein elektronisches Peer-to-Peer-Cash-System. Ebenso wie beim Bitcoin stellt das Bitcoin-Cash-Protokoll eine Endlichkeit von 21 Millionen dar. Gebühren für Transaktionen betragen weniger als einen Cent. In den Anfangszeiten des Bitcoin war dies ebenso. Leider stiegen die Gebühren beim BTC, da die Gemeinschaft keine Einigkeit über die Erhöhung der Netzwerk-Volumen erreichen konnte. Im August 2017 wurde mit dem Bitcoin Cash eine Erhöhung der Blockgröße auf bis dato 32 MB Blöcke generiert, mit zukünftigen fortlaufenden Steigerungen. Somit sind seine Besonderheiten größere Blöcke sowie schnelle und preiswerte Transaktionen. Abwicklungen funktionieren innerhalb von Sekunden und werden in wenigen Minuten bestätigt. Zudem versichern die Entwickler eine Resistenz gegen Angriffe jeglicher Art. Bitcoin-Inhaber sind ab Block 478558 auch Inhaber von Bitcoin Cash.

 

Die Programmierer von BCH änderten das Protokoll auf den Difficulty Adjustment Algorithm (DAA). Diese Änderung soll mehr Konstanz in die Blockzeiten bringen, indem die ehemals schwankende Blockzeit auf gleichbleibend 10 Minuten ausgerichtet wurde. Zudem verwendet der BCH den SHA256-Algorithmus.

 

 

Bitcoin Gold mit dem Symbol BTG: Installiert Oktober 2017 

 

Anders als beim BTC, bei dem eine Anpassung im Zweiwochen-Zyklus stattfindet, wird bei Bitcoin Gold die Difficulty (Schwierigkeit) nach jedem Block angepasst. Ebenso wie beim Bitcoin wurde die Anzahl der Token auf 21 Millionen festgelegt. Die dezentrale digitale Währung Bitcoin Gold basiert auf der Bitcoin-Blockchain mit einem neueren Proof-of-Work-Algorithmus (POW), der das Mining dezentralisieren soll. Zudem wurde der PoW auf den Equihash, anstatt SHA256, geändert. Auch, um sogenannte 51-Prozent-Attacken zu vereiteln. Der ZCash integrierte in 2016 als Erster den Equihash aus Sicherheitsgründen. Anders als beim Bitcoin, der mithilfe von ASICs schürft, soll dies beim BTG nicht mehr machbar sein. Ferner sollen hier keine hochleistungsfähigen Grafikkarten mehr nötig sein, um das Minen zu ermöglichen. Die Absicht der Entwickler ist es, den großen Mining-Unternehmen das Monopol zu nehmen. Praktisch soll mit dem Bitcoin Gold ein faires Mining für jedermann ermöglicht werden. BTG sieht sich als Rückführung zur ursprünglichen Vision von Satoshi Nakamoto, indem groß angelegtes Mining nicht vorgesehen war. 

 

 

Bitcoin Diamond mit dem Symbol BCD: Installiert November 2017

 

Auch der Bitcoin Diamond ist gewissermaßen ein Bitcoin-Zweig einer „neuen“ Kryptowährung. Die Gesamtmenge von BCD ist mit 210 Millionen Token vorgesehen. Davon kommen 170 Millionen auf den Markt und 40 Millionen werden der Community bereitgestellt. Anders als der Bitcoin, wo jeder Teilnehmer die Transaktionen des anderen sehen kann, sind beim Bitcoin Diamond die Anzahl sowie Kontostände verschlüsselt. Daraus resultiert eine höhere Diskretion. Eine weitere Absicht des Bitcoin Diamond ist die Kostenreduzierung. Das BCD-Gebilde erhöht die Blockbegrenzung auf 8 MB. Dadurch erhöht sich die Kapazität der Abwicklungen und die Blöcke werden wesentlich schneller erzeugt. Zudem sollen mit BCD die ungelösten Probleme des Netzwerkes von Bitcoin gelöst werden. 

 

 

Bitcoin Private mit dem Symbol BTCP: Start: März 2018

 

Der BTCP ist im Grunde eine Kreuzung aus Bitcoin und ZClassic. Das Ziel dahinter ist die Bereitstellung völliger Anonymität durch die Einrichtung von „zk-SNARKs“. Das System ist anonym und dafür zuständig, dass nicht betrogen werden kann. Der Start von Bitcoin Private und ZClassic fand am gleichen Tag statt. Beide Münzen waren nach der Emission für Bitcoin- und ZClassic-Inhaber verfügbar. Benutzer haben die Option, öffentliche wie auch private Adressen zu generieren, wobei private Adressen mit dem „zk-SNARKs“ (Non-interactive zero-knowledge proof oder Nicht-interaktiver Zero-Knowledge-Beweis) arbeiten. Es werden Eigentumsnachweise erbracht, ohne dass gesehen wird, welche Anteile sich in einem Besitz befinden. Der BTCP bedient sich des Equihash-Algorithmus, den auch ZClassic benutzt. Er ist etwas aufwändig, birgt aber kleinere Risiken für Alleinherrschaften, da er hohe Speicherkapazitäten sowie hohe Rechenleistung fordert. Der Algorithmus Equihash kommt auch bei anderen Währungen zum Einsatz. Rhett Creighton ist Software-Ingenieur und Schöpfer von ZClassic sowie Co-Founder von Bitcoin Private. Die Gesamtmenge beläuft sich auf 20 Millionen Münzen. Bitcoin Private wird weltweit von etwa 150 Teammitgliedern entwickelt. 

 

 

Fazit: Bitcoin Cash, Bitcoin Gold,Bitcoin Diamond, Bitcoin Private

 

Alle genannten Währungen sind dezentral und arbeiten nach dem Peer-to-Peer-Prinzip. Sie haben sich aus verschiedenen Bitcoin-Problematiken heraus ergeben und verbessert. Im Gegensatz zum BTC verfügen Sie über eine größere Blockgröße, sind anonymer und sicherer. Jede der digitalen Währungen hat ihre Vorzüge. Die Zeit wird zeigen, welche der genannten virtuellen Bitcoin-Abspaltungen das Rennen macht. Bekanntermaßen wird jede der Kryptowährungen ihren Weg gehen und ihre Befürworter finden. Auch ist das Thema Mining nach wie vor in der Krypto-Gemeinschaft eine beliebte Angelegenheit, welches Bitcoin Cash und Bitcoin Gold zugutekommt. Zudem ist der Bitcoin nach wie vor unangefochtene „Nummer Eins“, der trotz einiger Widrigkeiten, noch lange nicht vom Königsstuhl gestoßen wird, wenn überhaupt.