Hohe Umweltbelastung durch den Bitcoin?

Universität Katar gibt erste Einblicke

Stellen Kryptowährungen eine Gefahr für unsere Umwelt da? Diese Frage kursiert bereits seit längerer Zeit in der Kryptoszene, nun hat sich die Universität Katar mit der Frage beschäftigt und fordert aufgrund des hohen Energieaufwandes des Bitcoins in Zukunft ein staatliches Eingreifen in den Energieverbrauch des Bitcoin. Die Universität hat auch direkte Vorschläge formuliert, wie der Staat den Energieverbrauch der Coins senken kann. So wird eine Steuer für die Miner und alternative Blockchain-Technologien vorgeschlagen.

 

Der Klimawandel bedroht unsere Erde, wie wir sie kennen, darüber sind sich Wissenschaftler mittlerweile einig und es gibt weltweit Bemühungen unsere Klimabelastung zu senken und Energiekosten zu sparen, darunter beispielsweise das Pariser Klimaabkommen, doch seit dem Hype um den Bitcoin haben Forscher die Befürchtung, dass die gesamten Anstrengungen von dem Energiebedarf der Kryptoszene zerstört werden. Um die genauen Auswirkungen nachweisen zu können, hat die Katar Universität unter dem Wissenschaftler Jon Truby Studien durchgeführt. Sein Ergebnis ist eindeutig der hohe Energieverbrauch der Coins und der Blockchain stehen zurzeit in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen, ein klares Umdenken und alternative Methoden zur Energiegewinnung und -nutzung in diesen Bereichen ist unerlässlich und muss unter staatliche Kontrolle gestellt werden.

 

Das Fördern von Alternativen und eine staatliche Kontrolle sollen helfen

 

Die Universität von Kadar ist überzeugt, das nur eine Reduzierung des öffentlichen Interesses am Bitcoin und die Förderung von Alternativen zur bisherigen Blockchain-Technologie eine dauerhafte Lösung für den hohen Energieverbrauch darstellt. Hierfür sollen vom Staat unter anderem ein steuerlicher Ausgleich für den Energieverbrauch geschaffen werden. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Blockchain gerichtet, diese ist zwar in technischer Hinsicht ein Geniestreich, doch verbraucht Unmengen an Energie. Insbesondere das Mining, das Schürfen nach den Coin und die Transaktionen sind Energiefresser.

 

Das die Bitcoins nicht nur Vorteile haben hat der Staat ebenfalls erkannt und deshalb bereits früh, beim G20 einen gemeinsamen Steuerstandard geplant. Dieser soll zwar dem Missbrauch des Coin für Terrorfinanzierung und Geldwäsche dienen, könnte jedoch auch auf die steuerliche Handhabe des Bitcoin zum Klimaschutz ausgeweitet werden. Inwieweit sich der Staat jedoch hierfür bereit erklären bleibt abzuwarten.

 

Umweltbelastung - Mining und das Energieproblem

 

Wie bereits erwähnt ist das größte Problem beim Bitcoin und der Blockchain der hohe Energieverbrauch beim Mining. Zunächst einmal klären wir die Frage: Was ist Mining eigentlich? Mining wird der Prozess des Schürfens nach neuen Bitcoins genannt. Beim Mining werden die einzelnen Transaktionsblöcke der Blockchain versiegelt, durch einen Algorithmus, der einen einzigartigen Zahlencode erstellt für jeden Block und diesen versiegelt, als Belohnung erhält der Miner neue Bitcoins. Mit diesem sogenannten Proof-of-Work-Mechanismus, arbeitet die gesamte Blockchain und das Erstellen des mathematischen Codes erfordert eine enorme Rechnerleistung, die wiederum für den Stromverbrauch verantwortlich ist. Um den enormen Verbrauch des Bitcoin einmal etwas Bildlicher darzustellen: Aktuell verbraucht der Bitcoin jährlich dieselbe Energiemenge wie ganz Österreich.

 

Dennoch ist das Mining beliebter den je, immer mehr Personen wollen sich am Schürfen nach den Coins beteiligen und es gibt mittlerweile ganze Mining-Farmen, die sich meist im Ausland aufhalten, da dort der Strom günstiger ist. Der Aufwand beim Schürfen wird jedoch immer höher, da der Bitcoin eine künstliche Begrenzung hat und die zu erstellenden Codes immer komplizierter werden. Zurzeit wird etwa 1.500 Euro an Strom benötigt, um einen Bitcoin zu minen, dies ist für einzelne Miner nicht mehr lukrativ, da der Bitcoin nur etwa ein Viertel der Stromkosten wert ist. Daher bilden sich die Mining-Farmen, hier wird der Gewinn geteilt, für den Stromverbrauch stellt dies jedoch keinen Unterschied da.

 

Da der Gewinn, durch das Mining rückläufig ist, wehre es auch im Interesse der Miner sich mit alternativen Energiegewinnungsmethoden und mit den Möglichkeiten den Verbrauch zu reduzieren, auseinanderzusetzen.

 

Es gibt Lösungen!

 

Der traditionelle Proof-of-Work-Mechanismus wird unter den Entwicklern der Blockchain aufgrund des hohen Energieverbrauches bereits weniger genutzt und neue Modi zur Bestätigung der Blöcke werden eingesetzt. Der Bitcoin selbst hat in diesem Bereich noch einiges an Nachholbedarf, andere Kryptowährungen denken bereits an die Zukunft und planen immer umweltfreundlichere Modi, um bald nicht nur ökonomisch erfolgreich zu sein, sondern auch ökologisch. Dennoch sieht die Universität von Katar eine Regulierung durch den Staat als erforderlich, den sonst würde, weiterhin der reine Geldgewinn im Vordergrund stehen und dies darf bei einem Konzept wie dem Bitcoin, bei dessen Größe und Bedeutung nicht mehr sein. In Deutschland wird wegen der hohen Stromkosten eher keine großen Mining Zentren betrieben.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0