IOTA – Die Kryptowährung im „Internet-of-Things“,


Bezahlsystem zwischen Maschinen für Industrie 4.0

Jota – der neunte Buchstabe des griechischen Alphabets stand Pate für das digitale Bezahlsystem der Industrie 4.0. Die Kommunikation und Zahlung zwischen zwei Maschinen im „Internet der Dinge“ kann in Zukunft mit IOTA abgewickelt werden. Mit dem Internet der Dinge, kurz IoT für Internet-of-Things, werden elektronische Prozesse zwischen einem Menschen und einem System möglich. Die implementierten Funktionen erlauben der Technologie, das physische und virtuelle Gegenstände miteinander vernetzt werden und sie durch eine intelligente Informations- und Kommunikationstechnologie zusammen arbeiten können. JOTA ist die Kryptowährung, die sich auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit konzentriert und keine klassischen Blockchain Technologien wie beim Bitcoin nutzt. Gerade in Deutschland zeigt die Industrie ein reges Interesse an der IOTA Technologie.

 

IOTA beeinflusst schon jetzt unseren Alltag

Der Weg ist ähnlich, das Ziel jedoch ein anderes. Mit IOTA soll die Welt von morgen geprägt werden und die Industrie 4.0 zum Standard für alle wirtschaftlichen Prozesse gemacht werden. Das Internet der Dinge beeinflusst bereits unser tägliches Leben und wird es, wenn es nach der IOTA Stiftung geht, in Zukunft nachhaltig verändern. Während der Bitcoin eine Kryptowährung für den normalen Gebrauch ist und ein Ersatz zur bestehenden Währung darstellt, ist IOTA für die Kommunikation und Zahlung zwischen Geräten und Maschinen gedacht. Die M2M Zahlung, also die Machine-to-Machine Zahlung, wie zum Beispiel zwischen einer Parkhausschranke und einem Auto, wurde von einem Start-up aus Berlin im Jahr 2014 initiiert und seitdem überaus erfolgreich weiterentwickelt. Sie schlagen damit einen vielversprechenden Weg der Automation und Prozessoptimierung ein. 

 

2014 gegründet – Währung als Rückgrat einer autonomen Maschine

Die Kryptowährung IOTA agiert als Währungsmittel zwischen unterschiedlichen technischen Geräte. So wäre zukünftig denkbar, dass der Kühlschrank automatisch neue Lebensmittel bestellt und bezahlt. Er kommuniziert dabei autark mit dem Gegenüber, dem Lebensmittelgeschäft und bedient sicher IOTA-Münzen aus seiner digitalen Geldbörse. Der IOTA-Token soll laut den Gründern Dominik Schiener, Serguei Popov und David Sønstebø, eine flexible Art der Kommunikation darstellen, die gekoppelt ist an das Bezahlsystem. Schon heute haben wir im Alltag viele solcher M2M Prozesse, - etwa die Heizung, die anspringt, wenn das Thermometer unter eine bestimmte Grenze fällt. Neu ist aber nun, dass die Maschinen ihr Geld selber verwalten und einsetzen. 

 

Spannende Beispiele für die Krypto-Zukunft mit IOTA

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach kauft sich detaillierte Wetterdaten und stellt ihre Solarpanels optimal auf die effizienteste Lichtausbeute ein. Das Auto verbindet sich mit dem Kassenautomaten im Parkhaus und regelt das Bezahlen des Parkplatzes ganz ohne lästiges Kleingeldsuchen des Fahrers. Maschinen verwalten das Geld zum Bezahlen eigenhändig und bezahlen sich gegenseitig für Dienstleistungen. Die digitale Vernetzung wird die industriellen Produktionsketten auch in Zukunft maßgeblich beeinflussen. Dafür besitzen die Maschinen in der Zukunft eigene Wallets und können, nehmen wir das Automobil als Beispiel, die Mautgebühr, die Tankfüllung oder die Parkgebühren autonom bestellen, bezahlen und abwickeln. 

 

Endlos erweiterbar und skalierbar– Tangle ersetzt Blockchain

Im Internet der Dinge werden nicht nur menschliche Teilnehmer benötigt, sondern vor allem physische Objekte, sprich Dinge. Automatisch relevante Informationen aus der realen Welt werden erfasst, miteinander verknüpft und im Netzwerk untereinander verfügbar gemacht. Um langfristig das Ziel zu erreichen, digitale Services im Netzwerk einfach zugänglich, sicher und für alle Geräte geeignet darzustellen, muss die Struktur zur Verfügung stehen. Wichtig ist dabei, dass eine beliebige Anzahl von Transaktionen gleichzeitig ausgeführt werden kann. Es muss darüber hinaus beliebig skalierbar sein und fungiert ohne Belohnung für das Hinzufügen neuer Transaktionen. Die Schöpfer von IOTA haben sich dafür eine dezentrale Struktur namens Tangle einfallen lassen. Der konsequent dezentrale azyklische Graph unterscheidet nicht zwischen Minern und „normalen“ Benutzern. Tangle ist ein Validator, der Transaktionen vor dem Einfügen auf Korrektheit hin überprüft. Um eine neue Transaktion hinzufügen zu können, muss jeder Benutzer zwei bereits vorhandene Transaktionen auf Korrektheit überprüfen. Aus jedem Benutzer wird so auch ein Validator. 

 

Digitale Brieftasche mit IOTA-Münzen gefüllt

IOTA ist prinzipiell unendlich skalierbar und steht damit in naher Zukunft Milliarden von Maschinen zur Verfügung, die untereinander handeln, kommunizieren und Transaktionen ausführen. Das flexible Payment-System für den M2M Markt kann theoretisch mit steigender Anzahl von Nutzern immer schneller werden, was im angestrebten Bereich des Internet-of-Things zu kürzeren Verzögerungszeiten führen wird. Zeit ist Geld, und somit werden mit IOTA nicht nur Leerzeiten, Warteschleifen und Wartungszyklen verkürzt, sondern durch die zeitnahe Ausführung von Befehlen auch Kosten gesenkt. 

 

Es gibt zwei Verfahren, die gegenseitigen Zahlungen mit den IOTA-Münzen auszuführen:

1) Es gibt ein zentrales Wallet, aus dem sich die Geräte eines Besitzers eigenständig bedienen. Das geheime Passwort, der Seed, wird über Datennetze übertragen und muss geschützt werden. Da aber in den Prozessen auch winzige Sensoren zum Einsatz kommen, steht keine ununterbrochene Datenvernetzung zur Verfügung, was wiederum die sichere Übertragung lückenhaft macht. 

 

2) Die zentrale Wallet befüllt die Wallets, die jeder Maschine zugeordnet sind. Entweder manuell oder voll automatisch wie bei einer Banküberweisung werden diese Geldbewegungen ohne Seed ausgeführt. Auch wenn hier der zeitliche Aufwand einen kleinen Nachteil darstellt, hat diese Anwendung die Macher von IOTA überzeugt. Die dezentrale Befüllung von Wallets wird das System in der Zukunft stützen.

 

Auch Mikrozahlungen sind mit IOTA möglich

Die Zahl der IOTA Münzen ist festgelegt auf 2,8 Billiarden, was eine Sicherheit gegen Inflation bedeutet. Per Softwaredesign liege die Münzen im Block „0“ des Tangles und ihr aktueller Wert liegt bei 1,15 Euro pro eine Million IOTA, abgekürzt mit MIOTA. Im Bezahlsystem der Zukunft können innerhalb von Transaktionen auch Beträge von deutlich unter einem Eurocent ausgeführt werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Bitcoin und zahlreicher anderer Kryptowährungen und Altcoins. Neben IOTA sind die Kryptowährungen Ethereum und Peercoins ebenfalls Altcoins, also alternative Kryptowährungen mit neuen Eigenschaften und verschiedenen Konstruktionsweisen. 

 

Mit den gegenseitigen Transaktionsbeglaubigungen entsteht eine Verifizierung, die dann die Grundlage für den neuen Beglaubigungsprozess bildet. Dieses beliebig skalierbare und unendlich verfügbare System hat in der Vergangenheit zahlreiche Investoren überzeugt. Anstatt nur einem Strang wie im Blockchain, nutzt IOTA viele Stränge und kann damit die verifizierten Transaktionen endlos weiterführen. 

 

Potential von IOTA ist hoch

Die Prozesse bieten enorme Möglichkeiten, denn auch Maschinen, die gar keinen eigenen Besitzer haben, könnten sich mit anderen technischen Geräten verbinden, in Kontakt treten und Geschäfte abwickeln. Auch im Bereich von e-Health kann IOTA neue Meilensteine setzen. Die sichere Übertragung und Speicherung von individuellen Krankenakten ist beispielsweise genauso möglich, wie die vertrauenswürdige Information im medizinischen Kontext über persönliche Krankendetails. 

 

Auch bei den globalen Lieferketten und den komplexen Lieferprozessen kann IOTA wirkungsvoll eingreifen. Denn für Fehler mit Waren und Gütern ist das Fehlen von Management, mangelnde Transparenz oder lückenhafte Überwachung verantwortlich. Mit IOTA könnten alle beteiligten Akteure aus der ganzen Welt Prozesse überwachen und Risiken mindern. 

 

Die IOTA Foundation hat in Zusammenarbeit mit einem niederländischen Händler einen Prototyp für ein intelligentes Akku-System entwickelt, mit dem über eine TCP/IP Verbindung das Auto mit der Ladestation anonym in Verbindung treten kann und die Bezahlung aus der Wallet regelt. Aber auch das Entladen des Autos an die Ladestation ist möglich, um Versorgungslücken beim Netz aufzufangen. 

 

Von IOTA wird man zweifelsohne noch viel hören, denn die Technologie führt zu völlig neuen Allzweckanwendungen und kann die Wertschöpfungsketten in der Internet-of-Things-Welt nachhaltig bereichern.