Kostenfaktoren für das Minen von Kryptowährungen


Das Minen ist ein äußerst komplexer Prozess, bei dem einzelne Personen oder ganze Mining-Unternehmen zum Beispiel aus Deutschland mithilfe von leistungsstarken Rechnern schwierige mathematische Gleichungen lösen. Diese sind wiederum mit Transaktionen beziehungsweise Blöcken verbunden. Jeder gelöste Block wird an die zuvor gelösten Blöcke angehangen, wodurch eine Blockkette entsteht, die sogenannte Blockchain. 

 

Wenn ein Miner als Erster einen Block gelöst hat, erhält er eine Belohnung. Diese wird folglich in den Tokens der jeweiligen Kryptowährung ausgezahlt. Je nachdem ob es sich dabei um Bitcoin, Dash, Eos, Bitcoin-Cash, Ethereum oder Litecoin handelt, kann die Höhe der Blockprämie variieren. 

 

Miner von Bitcoins erhalten beispielsweise 12,5 Werteinheiten (Tokens) für einen gelösten Block. Ein Token hat derzeit einen Wert von etwa 9.400 Dollar. Demnach beträgt der Gewinn mehr als 117.000 Dollar. Doch die Sache hat einen Haken: Jeweils nach 210.000 gelösten Blöcken werden die Prämien um die Hälfte reduziert. Zwar lassen sich gegenwärtig noch beachtlich Erträge generieren. Ob sich das Minen aber auch in einigen Jahren noch lohnen wird, ist noch nicht absehbar. 

 

Wer sich für das Minen von Kryptowährungen interessiert, sollte sich, neben der komplexen Technologie des Mining-Prozesses, auch mit den wichtigsten Kostenfaktoren auseinandersetzen. Denn diese sind nicht zu unterschätzen: 

 

Investition in die Hardware 

 

Eine Grundvoraussetzung, um überhaupt mit dem Minen beginnen zu können, ist die Investition in die richtige Hardware. Diese umfasst zum einen den Kauf leistungsstarker Rechner, Grafikprozessoren oder spezieller ASIC-Chips. Zum anderen müssen regelmäßig Verbesserungen an der vorhandenen Ausstattung vorgenommen werden. Denn andernfalls kann die Wettbewerbsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden. Und der Kampf um die Lösung der Blöcke wird zunehmend schärfer.

 

Im Jahr 2017 wurden im großen Umfang Grafikkarten aufgekauft. Das führte zu einem deutlich geringeren Angebot. Infolgedessen stiegen die Preise für Grafikkarten um bis zu 200 Prozent an. Zwar profitierten die Unternehmen zunächst von der regelrechten Preisexplosion. Doch die Überlegung, ob sie spezielle Grafikkarten für ihre Kunden entwickeln sollen, stellte auch die Frage in den Raum, ob diese am Ende den hohen Umsatz gefährden könnten. 

 

Ohne die Vermarktung spezieller Grafikkarten könnten sich die Stammkunden der Unternehmen allerdings schon bald gegen den Kauf der hochpreisigen Produkte entscheiden. Für den Miner entstehen in jedem Fall hohe Kosten.

 

Stromkosten als Hauptkostenfaktor 

Beim Betrieb der erforderlichen Rechner und Server sowie dem Gebrauch der Grafikprozessoren (oder ASIC-Chips), wird enorm viel Strom verbraucht. Damit sich das Minen überhaupt rentiert, müssen sich die Kilowattpreise auf einem möglichst niedrigen Level befinden. Deshalb ist beim Minen der Standort von großer Bedeutung.

 

Was die Strompreise betrifft, bietet China ideale Bedingungen. Allerdings gelten in dem Land besonders strenge Regeln im Bezug auf Kryptowährungen. So gilt beispielsweise ein Verbot für Kryptobörsen und Coinangebote. Zudem hat die Regierung den Stromverbrauch der großen Unternehmen heruntergefahren. 

 

Aus diesem Grund haben Unternehmer inzwischen Island, Schweden und Skandinavien für sich entdeckt. Die Stromkosten der Länder im hohen Norden liegen unter dem Durchschnitt der Stromkosten in Europa. Diese lassen sich zu einem großen Teil auf die Stromgewinnung aus erneuerbarer Energie zurückführen. 

 

Kosten für Kühlsysteme

Vielen interessierten Minern ist nicht bewusst, dass der Betrieb umfangreicher Hardware unheimlich viel Hitze erzeugt. Diese Hitze beeinträchtigt die optimale Betriebstemperatur und kann zu enormen Schäden führen. Im schlimmsten Fall droht ein Totalausfall der gesamten Anlage.

Um so wichtiger ist ein geeignetes Kühlsystem, das die gesamte Hardware vor einer Überhitzung schützt. 

 

Der Betrieb eines Kühlsystems verursacht wiederum hohe Stromkosten, die sich letztendlich auf die Erträge auswirken. Und auch hier spielt der Standort wieder eine wichtige Rolle. Länder, in denen kühlere Temperaturen herrschen gewährleisten überschaubare Stromkosten für die benötigten Kühlungssysteme.